Adel ab 1401

Im 15. Jahrhundert finden wir die letzten Erwähnungen von Mitgliedern der Familie von Sunhere, danach scheinen sie im Mannesstamm ausgestorben zu sein. Unser Dorf bzw. einzelne Höfe werden immer wieder im Zusammenhang mit anderen Adelsfamilien erwähnt.

8. September 1408

Hennyke Wrede, seine Frau Geudike und ihre Kinder Hennyke, Geudike, Jutte und Neize - mehr Kinder haben die Eheleute nicht - verkaufen Land an den Propst Godard von Plettenberg (Plettenbracht), die Priorin Elseben und das Stift zu Oelinghausen (Olinchusen). Von diesem Land liegt ... fast ein Scheffel Hafer bei der Sönner Brücke (dem Sonnerschemme) ... 2 Morgen an dem (in dem) Sönnern (Zoner) Pfade ... Als Bürgen setzen sie ein Hinrich von Binolen (Bynole), Thonies Wreden und Hinrich Wrede gen. Zupetut. ... Siegelankündigung des Hennike Wrede und der drei Bürgen, Siegelbitte an Wilhelm Medebeke gen. Keige, Richter zu Werl, da die Auflassung vor seinem Gericht erfolgt ist. ... Standgenossen des Gerichts: Hinrich von Ufflen (Vfflen), Johan Boldikin, Cort Notlichen der Junge, Cort Brunsten, Hermann Klie, Hinrich Crispin, Tile Scholer, Diderich Dot. Datum 1408 Sept 8 (ipso die nativitatis Marie virginis gloriosissime).

[Manfred Wolf, Die Urkunden des Klosters Oelinghausen, Fredeburg 1992, # 536
Original: Kloster Oelinghausen # 501, Ausführung Pergament, niederdeutsch, die fünf Siegel anhängend, mit Transfix von 1415 Jan 9.]

25. Oktober 1411

Johan Suderman, Bürger zu Soest, vollzieht mit Zustimmung seiner Frau Cunnen einen Tausch mit Arnd dem Wulfe (Wulue), Propst zu Oelinghausen (Olynchusen), und dem Konvent der Jungfrauen zu Oelinghausen. Er gibt dem Kloster eine Rente von einer halben Mark aus dem Keven-Hof (Keuen huse, eigtl. Keven-Haus!) in dem Osthof (in den oysthouen, eigtl. in den Ost-Höfen!) bei dem Hofe zu Sönnern (Soneren) Diese Rente hatte dem Herrn Arnd Schotten gehört. Für diese Rente erhält Suderman des Kloster Luttike Haus in Soest, das am Markt gelegen ist bei dem Hause der Vuyst. Die Vertragspartner verzichten wechselseitig auf ihre Besitzungen. Siegelankündigung des Suderman auch im Namen seiner Frau, Siegelankündigung des Propstes und des Konvents zu Oelinghausen, Siegelbitte an Godike von dem Berghe, Richter zu Soest, vor dem der Wechsel, der Verzicht und die Auflassung geschehen sind. Zeugen: Herr Arnd Schotte, Heynrich von der Wynden, Syverd von dem Eversberg (Euersberghe), Gerlach von Murse, Bürger zu Soest. Datum 1411 Okt 25 (in die beatorum Crispini et Crispiani martirum).

[Manfred Wolf, Die Urkunden des Klosters Oelinghausen, Fredeburg 1992, # 545
Original: Kloster Oelinghausen #509, Ausführung Pergament, niederdeutsch, Siegel des Suderman bis auf Wachsrest ab, Siegel des Propstes und des Konvents (etwas beschädigt) und des Richters anhängend.]

20. Februar 1431

Der Offizial des Soester Propstes befiehlt dem Pfarrer in Werle, den Hennekinum Kumper, parrochianum in Ostune, der wegen Zahlungsunterlassung ad instantiam magistrarum veteris hospitalis in Susato mit der Excommunication belegt ist, mit Zuhilfenahme brachii secularis zu verfolgen und die Richter Wilhelmum Keygen, Bertoldum de Sonre omnesque alios judices et proconsules judicium temporale ibidem regentes et tenentes anzuhalten, daß sie innerhalb von 5 Tagen den Exkommunizierten durch körperliche Haft und Arrestierung seiner Güter zur Bemühung um Absolution bestimmen.
[Friedrich von Klocke, Urkunden-Regesten der Soester Wohlfahrtsanstalten, Erster Band, Seite 89, # 134]

1. Mai 1432 (die beate Walburgis virginis)

Hennyke Wrede beurkundet, an Bertiken Reymen 16 gute rheinische Gulden schuldig zu sein, für die er diesem 6 Scheffel Hartkorn, halb Roggen, halb Gerste, Werler Maß, aus seiner Hofesaat zu Melxter und der dabei gelegenen Wiese, die er von Greite von Schaphusen gekauft hatte, sowie aus denen zu der genannten Hofesaat gehörigen Lande, jährlich nach Werl zu St. Martinstag zu liefern, verkauft hat. Er setzt dafür seinen Hof zu Melxter als Unterpfand und behält sich den Wiederkauf vor.
Zeugen: Evert Turken, Claes Retike, Bertold von Zoner.
Siegel des Ausstellers, ehemals an Pressel, fehlt.
Original, Pergament, deutsch.
[Haus Amecke, Archiv von Wrede-Amecke, Urkunde 83]

10. Oktober 1432

Der Offizial des Soester Propstes befiehlt dem Pfarrer in Werle, er solle die Richter Wilhelmum Keygen, Bertoldum de Sonre omnesque alios et singulos judices vom Werler judicium temporale in Sachen der über Hans Schultetum in Syverdinchusen et eius uxorem, parrochianos in Ostunnen, auf Veranlassung der magistrarum veteris hospitalis in Susato verhängten Exkommunikation auf den 22. Oktober (ad crastinum undecim milium virginum) zur Primzeit vor ihn, den Offizial, laden.
[Friedrich von Klocke, Urkunden-Regesten der Soester Wohlfahrtsanstalten, Erster Band, Seite 91, # 139]

1. März 1438 bis 1. März 1439

VI Recepta extraordinaria
7. Item a Bertoldo de Soenneren ac ceteris iudicibus in Werle temporale ibidem indicium regentibus excommunicatis pro et ex eo, quod Petrum Rotteken excommunicatum pro contestato ad instanciam cuiusdam dicti Cleynedederick ad obtinendum absolucionis beneficium non compulerunt propter ipsius Petri paupertatem, recepi 1 florenum facientem. 9 ß 2 &
[Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst, Jahrgang VII, Trier 1888, Seite 49,# 7
Original: Jahresrechnung des Kölnischen Offizialatsgerichts in Soest, vom 1. März 1438 - 1. März 1439, Staatsarchiv Düsseldorf, Kurköln, Cleve-Mark # 14a]

26. November 1438 (in crastino beate Katherine virginis)

Goswyn von dem Rodenberge und seine Ehefrau Karde bekennen, dass sie 31½ rheinische Goldgulden dem Wilhelm von Medebecke gt. Keyge schuldig seien und ihm dafür Ländereien am Ostboderker Wantwege als wiederlösliches Pfand gesetzt haben. Zeugen waren Hinrich Weder, Bürger zu Werle, und Wernicke Krevet, Stadtknecht ebendort. Die angekündigten Siegel des von Rodenberg und Bertold von Sonere, Richters zu Werle, sind ab.
[Or. Pgt., Archiv der Erbsälzerfamilie von Papen Westrich, Stadtarchiv Werl, St5]

1445

Herman von Sönnern hat Engelbert von Borgeln und Heinrich Monick als Bürgen.
"Hermann van Sonneren, fid. Engelbert van Borgelen, Hinr. Monick."
[Hermann Rothert, Das älteste Bürgerbuch der Stadt Soest, Münster 1958, Seite 234, # 1445/14, (Bl. 142 Vs.)]

(... wobei hier aber angemerkt werden muss, das die Bezeichnung "von Sönnern" nicht unbedingt ein Adelsname sein muss, sondern durchaus auch schlicht und ergreifend eine Herkunftsbezeichnung eines Nicht-Adligen sein kann.)

1. Mai 1456

Everd Rost, wohnhaft zu Soest (Soist), und sein Bruder Herman Rost, wohnend zum Schwarzenberg (tom Swartenberge), verkaufen an Johann Lengere und seine Erben eine Wiese. Diese umfasst ungefähr 1½ Morgen und liegt vor dem Flerker Baum (Vlederker Bome) neben der Wiese, die denen von Oelinghausen (Olynckhusen) gehört. Die Verkäufer versprechen Währschaft und setzen den Käufer in den Besitz der Wiese. Die Käufer gewähren den Verkäufern die Gnade, die Wiese jährlich zu Weihnachten bzw. bis acht Tage danach mit 14 rheinischen Gulden zurückzukaufen. Siegelankündigung der beiden Brüder Evert und Hermann.

Wichard von Ense gen. Snydewint, dem die Hälfte der Wiese gehört, erklärt, dass er die Erlaubnis zum Verkauf gegeben habe. Für seinen Teil der Wiese habe er die Hälfte einer anderen Wiese bekommen, die er mit dem Rost zusammen besessen habe. Diese Wiese liegt an dem Sönnern Felde (Zoner Velde). Zum Zeugnis, dass er den Besitz der Wiese am Flerker Baum nicht stören wolle, kündigt er sein Siegel an. Datum 1456 Mai 1 (ipso die beate Walburgis virginis).

[Manfred Wolf, Die Urkunden des Klosters Oelinghausen, Fredeburg 1992, # 656
Original: Kloster Oelinghausen, # 599, Ausf. Pergament, niederdeutsch, Siegel der beiden Brüder und des von Ense anhängend; mit den Transfixen von 1458 Jan 9 und 1460 Juni 9; Abschrift im Kopiar (Mscr VII 5727) S. 264)]

16. Oktober 1458

Peter Rotteke verkauft dem Herman Ruggenweber und seiner Frau Beleke sein Haus und Hof, gelegen an der Steinstraße (Steynstraten) bei der Gassen zwischen dem Hause des Johan von Hapen und dem des Peter Weders. ... Siegelbitte an Hermanse Frömern (Vromebern), Richter des Kölner Erzbischofs zu Werl. Standgenossen: Everd Beck (Kock?), Tilman Becker und Bartold von Sönnern (Soner). Datum 1458 Okt 16 (an sunte Gallen dage).
[Manfred Wolf, Die Urkunden des Klosters Oelinghausen, Fredeburg 1992, # 663
Original: Kloster Oelinghausen # 604, Ausf. Pergament, niederdeutsch, Siegel des Richters zu Werl anhängend]