Adel bis 1300

1232 taucht zum ersten Mal ein Albert de Sunhere in Verbindung mit dem Namen unseres Dorfes auf. Er war Ministeriale  (Angehöriger des Dienstadels) der Grafen von Arnsberg , deren Familie "eigentlich" ursprünglich die Familie der Grafen von Werl war, vor dessen Toren Sönnern lag, womit die Verbindung von Sönnern zu Arnsberg zu erklären ist.

Leider stammen die ersten, zumindest ihrem Inhalt nach noch erhaltenen Arnsberger Lehnsverzeichnisse erst von Ludwig Graf von Arnsberg (1281-1313, Sohn von Gottfried III. Graf von Arnsberg), die ersten märkischen Lehnsverzeichnisse von Adolf III. von der Mark (um 1334-1394, Sohn von Adolf II von der Mark) aus den Jahren 1392/1393, so dass für die Zeit "unseres" Albert de Sunhere keine Aufzeichnungen vorliegen, mit welchem Gut er persönlich belehnt war, ganz zu schweigen davon, wer aus seiner Familie zum ersten Mal überhaupt mit einem Gut belehnt wurde. Fest steht lediglich, dass mehrere adelige Familien im Laufe der Jahrhunderte mit Grundbesitz in Sönnern belehnt wurden; auch waren die Grafen von Arnsberg und die Grafen von der Mark nicht die einzigen Lehnsherren.

Entstehung des Adelsnamens "von Sunhere"

Einer der Ministerialen oder "ridder" der Grafen von Werl wurde vermutlich für seine Dienste am Grafenhof mit dem Haupthof im Sundern belehnt und damit zum "Herren von Sunhere", zunächst einmal ein reiner Besitztitel. Was zuerst ein "persönliches Gehalt" war, konnte im Laufe der Zeit vom Vater auf den Sohn vererbt werden, was auch sinnvoll war, denn die Söhne lernten beim Dienstadel wie bei den Bauern oder Handwerkern den Beruf oft durch den Vater. So wurde im Laufe der Zeit aus dem persönlichen Besitztitel "Herr von Sönnern" der erbliche Familienname "von Sönnern", ohne von nun an von tatsächlichem Besitz in Sönnern abhängig zu sein.

Weiterlesen: 1037 Entstehung des Adelsnamens

1232

Die Äbtissin Jutta des Stifts Meschede und die Pröpstin Guda des Klosters Odinge übertragen dem Kloster Wedinghausen die Äcker Odensvelt mit allem Zubehör. Das Empfängerkloster hat dafür jährlich zu Martini 6 Denare an den Hof Ruren zu leisten, dessen Verwalter Bruninc der Schenkung zustimmt. Zeugen: Propst Hartmut; Prior Heinrich; Johannes, Pfarrer in Wedinghausen; Ludwig, Prior in Rumbeck (Rumbeke); Notar Goscwinus; Mundschenk Johannes; Albert von Sunhere; Meier Dietmar.

Weiterlesen: 1232 Albert von Sunhere als Zeuge

10.07.1235 oder 26.07.1235

Graf Adolf von der Mark tauscht mit dem Grafen Gottfried von Arnsberg Ministerialen aus.

In nomine sancte et individeu Trinitatis sive Patris et Filii et Spiritus Sancti. Edo Adolphus Dei gratia comes in Marka et senior filius meus Everhardus notum facimus tam presentibus quam futuris, quod ad peticionem quorundam amicorum nostrorum admisimus hoc, quod Tretradis uxor Rudolphi de Reffinchusen, cum esset ministerialis nostra, cum filia Ermentrudi ministeriales facte sunt domini G(odefridi) comitis de Arnsbergh; nobis vero pro tali concambio consenciente prefato comiteretradita est sola Ermentradis filia Alberti militis de Sunhern. Et ne quis hoc in posterum infringerevalcat, impressionem sigilli nostri imposuimus et auditores testes admissi sunt: Adolphus, Arnoldus, Theodericus milites et castellani in Altena, Lambertus de Schedinge, Tetmarus de Benethcampe, Rutgerus de Breydenol milites et alii quam plures. Datum in Altena anno Dominice ancarnacionis MCC XXXV VI (Kalendas) Idus Julil."

[WUB, Siebenter Band, Erste Abtheilung, Münster 1901, S. 190, # 438
Abschrift des XIV. Jh. in Msc. VI 109 A Bl. 21 und 109 B Bl. 26c.
Gedr.: Seibertz Quellen III S. 481]

1236

Gottfried Graf von Arnsberg bestätigt die von seinem gleichnamigen Vater ausgegangene Schenkung von Gütern zu Ridelinalo an die Kirche zu Werl und gibt derselben drei Plätze beim Werler Kirchhof. Zeugen: Jonathas von Arthaei; Heinrich Niger von Erwitte (Ervethe); Rüdiger von Burbenne; Hermann von Elsepe; Antonius von Binole; Albert von Sunhere; Truchseß Hunold; Gerwin von Bokenevorde; Thitbert; Johannes von Kettlike; Ludwig Tuorinc.

Bestellsignatur : Kloster Wedinghausen - Urkunden, Nr. 44
Sprache : Lateinisch
Material : Pergament
Überlieferung : Ausfertigung

QUELLEN:
1236 Kloster Wedinghausen - Urkunden 44

1236

Graf Gottfried d.J. von Arnsberg gibt die drei Plätze am Kirchhof zu Werl an das Kloster Wedinghausen. Zeugen: Hartmut; Propst in Wedinghausen; Prior Johannes; Pfarrer Albert; Heinrich Niger; Kleriker und Ritter Arnold und Albert von Sunhere.

Bestellsignatur : Kloster Wedinghausen - Urkunden, Nr. 45
Sprache : Lateinisch
Material : Pergament
Überlieferung : Ausfertigung

QUELLEN:
1236 Kloster Wedinghausen - Urkunden 45

 

1. September 1237

Bündnis zwischen dem Grafen Gottfried von Arnsberg und seinem Verwandten, dem Grafen Conrad von Rietberg, sowie den Edelherren von der Lippe und von Büren.

"... Aderant dum hec inter nos fierent nobiles viri ... Albertus de Sunere, Bernardus de Boderike ... et alii quam plues tam ministeriales quam fideles. Acta sunt hec anno Domini M°.CC°.XXXVII° apud Arnesberg, Kalendas Septembris ipso die Egidii."

[WUB, Siebenter Band, Erste Abtheilung, Münster 1901, Seite 206, # 465
Staatsarchiv Düsseldorf, Domstift Köln Nr. 61
Gedruckt: Lacomblet UB IV 657 falsch zu 1236, und Osnabrücker UB II 365]

22. November 1244

Graf Gottfried von Arnsberg bestätigt den Verkauf des Hofes in Bule (Beulerhof bei Estinghausen, Kreis Arnsberg?) durch Hermann von Elspe an das Kloster Oelinghausen.

"... Testes aderant: ... Albertus de Sunnere, ... et alii quam plures. Datum anno Domini M°.CC°.XLIIII°, in festo sancte Cecilie, X°. Kalendas Decembris."

[WUB, Siebenter Band, Erste Abtheilung, Münster 1901, Seite 257, # 575
Original: , Kloster Oelinghausen, # 68
Gedruckt: Seibertz UB I 234]

1246

Erzbischof Conrad von Köln bekundet, dass das Kloster Fröndenberg von dem Ritter Antonius von Binole eine Hufe in Westick gekauft hat.

"Huius rei testes sunt: Adolphus comes de Marka, Godefridus comes de Arnesberg, ... Albertus de Sunhere, ... et ipsi venditores necnon et omnes eorum heredes et alii quam plures. Acta sunt hec anno Domini M°.CC°.XLVI°."

[WUB, Siebenter Band, Erste Abtheilung, Münster 1901, Seite 278, # 625
Original: Kloster Fröndenberg # 10]

1253

Priorissin und Konvent von St. Maximin in Köln verpachten ihren Hof zu Buchelmunth an Hermann Scherfkin auf 12 Jahre unter näherer Bestimmung der jährlichen Abgaben. Zeugen: Henricus, Advokat von Stiderich, Hermannus Scherfkinus sein Vater, Meister Theodericus Scherfkinus sein Bruder, Ampolonius Clenegedank, Henricus Sunere, Schait und Winandus Offermann von Buchelmunthe dat. 1253

[Historisches Archiv der Stadt Köln, Best. 253 (Maximin), U 1/3A, Altsignatur 3a, Verlust am 03.03.2009]

19. März 1259

Graf Gottfrieds von Arnsberg Zeugnis über die Aufnahme Dietrichs gen. von Meyninchusen unter die Ministerialen der Herforder Kirche durch die Aebtissin Ida und über seine Belehnung mit dem Hof in Schönholthausen.

"... Ceterum nos ... ac Hermannus de Suneren huiusmodi recepimus sponsionem. ... Acta sunt hec Arnesberg anno Domini M°.CC°.LIX°. feria secunda ante Ascensionem Domini."

[WUB , Seite 1294, # 1016a, Original:, Arnsberger Lehnsregistratur S # 29
Gedruckt: WUB IV 795]