Entstehung des Adelsnamens "von Sunhere"

Einer der Ministerialen oder "ridder" der Grafen von Werl wurde vermutlich für seine Dienste am Grafenhof mit dem Haupthof im Sundern belehnt und damit zum "Herren von Sunhere", zunächst einmal ein reiner Besitztitel. Was zuerst ein "persönliches Gehalt" war, konnte im Laufe der Zeit vom Vater auf den Sohn vererbt werden, was auch sinnvoll war, denn die Söhne lernten beim Dienstadel wie bei den Bauern oder Handwerkern den Beruf oft durch den Vater. So wurde im Laufe der Zeit aus dem persönlichen Besitztitel "Herr von Sönnern" der erbliche Familienname "von Sönnern", ohne von nun an von tatsächlichem Besitz in Sönnern abhängig zu sein.

Sönnern bekommt 1232 mit Albert de Sunhere nun zum ersten Mal ein Gesicht, zumindest im übertragenen Sinne. Allerdings ist das nicht so zu verstehen, dass unser Dorf nach ihm benannt wurde.

"Familiennamen sind eine Ergänzung zum Vor-/Taufnamen zur besseren Unterscheidbarkeit von Personen.“  Während der Adel seit der Erblichkeit der Lehen im Jahr 1037 feste Familiennamen trug, um seine Erbansprüche geltend machen zu können, folgten erst später die Patrizier und Stadtbürger. Bäuerliche Gegenden kamen ohne einen festen Familiennamen bis zum 17. oder 18. Jahrhundert aus (Quelle:Wikipedia ). Bäuerliche und bürgerliche Familiennamen entstanden so oft als Herkunftsangabe (z.B. Johann de Sunhere = der Bauernsohn Johann aus dem Dorf Sönnern), während adelige Familiennamen oft ursprünglich Besitz- oder Herrschaftstitel waren (z.B. Johann de Sunhere = Johann, der Herr / Besitzer von Sönnern).

In unserem Falle mag es so gewesen sein, dass entweder der "qualifizierte Verwaltungsbeamte" im Dienste der Grafen von Werl ursprünglich vom Hof oder Dorf Sönnern stammte, also seinen späteren Familiennamen als Herkunftsangabe direkt mitbrachte (was zumindest eine rudimentäre Besiedlung zu dieser Zeit voraussetzt), oder, was wahrscheinlicher ist, die Grafen von Werl verliehen den Sundern (Waldstück, heute noch klägliche Reste nördlich von Sönnern, mittlerweile auch das durch den Autobahnbau bedroht) oder den Hof im oder am Sundern an einen ihrer Dienstmannen, belehnten ihn damit als Entlohnung für seine Dienste am Grafenhof. Damit wurde dieser Vasall der Herr (sprich der Besitzer) vom (Hof) Sundern; der Familienname entwickelte sich aus einem Besitzanspruch. Legt man die Erblichkeit der adeligen Familiennamen seit 1037 zugrunde, ist der Name dann möglicherweise schon zu Zeiten der Grafen von Werl entstanden, und bereits Alberts Vorfahren trugen diesen Namen (und zumindest in der Anfangszeit dieses Lehen) über mehrere Generationen hinweg. Das ist allerdings kein Beweis für die Existenz unseres Dorfes schon zu Zeiten der Grafen von Werl, lediglich dafür, dass es damals dort schon ein aus der Allgemeinnutzung ausgesondertes, besonderes Waldstück gab.