Auch Sönnern hatte schon früh eine Schule

In Sönnern lässt sich seit Ende des 17. Jahrhunderts Schulunterricht für die Kinder nachweisen, denn am 10. Februar 1682 stirbt in Sönnern der Schulmeister, dessen Name leider nicht aus dem Sterberegister hervorgeht. Auf Dorfschulen war es zu dieser Zeit üblich, dass den Kindern von einem Heim-Handwerker sozusagen "nebenher" Grundkenntnisse in Lesen, Schreiben, Rechnen, aber auch in Biblischer Geschichte und dem Katechismus vermittelt wurden. Ein spezielles Schulgebäude war damals nicht vorgesehen.

Schulgebäude im Dorf

Sönnern ist in der interessanten Lage, insgesamt drei noch vorhandene Schulgebäude aufweisen zu können, wovon nur noch eines in Betrieb, aber nicht mehr für die Sönneraner Kinder vorgesehen ist. Wie kommt es dazu?

Eine Dorfschule ist schon früh bezeugt, wobei das Gebäude aber nicht ausschließlich der Schule zur Verfügung stand, sondern vorrangig Wohnraum für den Schulmeister und möglicherweise andere Dorfbewohner war. 1811 z.B. wohnte in dem Gebäude neben dem Schulmeister noch der Schweinehirt. Das Schulhaus wurde in diesem Jahr von der Schulbehörde als zu klein bemängelt und ein Neubau gefordert, den die Dorfbewohner aber vorerst durch Erweiterung des bestehenden Gebäudes abwenden konnten. 1837 war das Schulhaus dann in solch schlechtem Zustand, dass der Abriss des alten Gebäudes und ein Neubau nicht mehr aufzuschieben war.

Aber auch dieses neue Gebäude erfüllte nicht ewig die Voraussetzungen für einen akzeptablen Schulbetrieb und wurde 1895 ebenfalls abgerissen, um Platz zu machen für die neue Pfarrkirche. Eine neue Schule samt Lehrerwohnung wurden sofort anschließend gebaut; dieses Gebäude wurde vor wenigen Jahren in das heutige Pfarrheim umgewandelt und erfreut sich reger Nutzung [siehe rot markiertes Gebäude auf dem Bild, Aufnahme aus der Festschrift "100 Jahre Kirchengemeinde St. Antonius Sönnern"].

Drei Schulgebäude in Sönnern

Schon 1907 war diese kurz zuvor erbaute Schule zu klein, und Ausbaupläne scheiterten an der Statik. Also wurde ein weiteres Schulgebäude samt Lehrerwohnung gebaut, welches heute ein Privathaus ist [siehe grün markiertes Gebäude auf dem Bild].

1967 schließlich wurde ein vierzügiges Schulgebäude errichtet, welches zunächst Sönneraner Grundschule bzw. ab 1969 bis zum Ende des Schuljahres 1992/1993 Filiale der Petri-Grundschule in Werl war [siehe blau markiertes Gebäude auf dem Bild]. Seither beherbergt dieses Gebäude die Peter-Härtling-Schule, eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Deren Schüler kommen morgens z.T. mit einem Fahrdienst aus der weiteren Umgebung, während die Sönneraner Schüler sich mit dem Schulbus auf den Weg in eine der Grund- oder weiterführenden Schulen der näheren Umgebung machen.