15. Juni 2017

"Wo laufen sie denn?"

Ein Ziel, viele Ziegen: Sönnern präsentierte sich gestern der Jury des Dorfwettbewerbs und hatte sich herausgeputzt. Für "Unser Dorf hat Zukunft" hatten sich die Akteure bis zum Schluss reingehängt, um einen guten Platz zu erzielen.

Sönnern "in Kurzform" hatte viel zu bieten

Dorfwettbewerb: Jury sah sich zwei Stunden lang um

Von Anne Schoplick

SÖNNERN - Ein "großes Dorf" gab seine Visitenkarte ab. Und das war nicht ohne. "Sönnern hat viel zu bieten," fasste später auch Rolf Meiberg von der Bewertungskommission zusammen, lobte "zwei intensive Stunden mit vielen Eindrücken und Informationen" und empfahl, nicht wieder 15 Jahre auf die nächste Teilnahme am Dorfwettbewerb zu warten.

 Ein Ziel, viele Ziegen: Sönnern präsentierte sich gestern der Jury des Dorfwettbewerbs und hatte sich herausgeputzt. - Foto: Schoplick Im Bus gab es einen ersten Überblick über die Besonderheiten Sönnerns. - Foto: Schoplick Alfons Fester sprach im Bus stilecht von der Karnevalstradition im Dorf. - Foto: Schoplick

"Die Kurzform von Sönnern" war eine runde Sache. Das dürfen sich Ortsvorsteher Willi-Bernd Sudhoff und alle Einwohner auf die Fahne schreiben, die vor und für den Besuchstermin gestern mit im Einsatz waren. "Gepflegt bis ins Letzte," raunte ein Kommissionsmitglied seinem Sitznachbarn zu, während man sich bei einer Rund-ums-Dorf-Busfahrt auf zum Teil engen Wegen einen ersten Eindruck verschaffte.

Der zeigte bereits die Vielfalt, die Werls Stadtteil zu bieten hat: den Ziegenhof von Carina Lohmann, sanierte Höfe wie den von Jens Fey, grüne Landschaften mit Wandermöglichkeiten und nicht zuletzt die Industrie mit der Firma Mawick, die sich ebenfalls längst ins Dorfleben integriert hat.

Stippvisite bei der Feuerwehr. - Foto: SchoplickDer Kindergarten lieferte eine Gedicht-Einlage ab. - Foto: Schoplick

Besonderes Augenmerk liegt im Dorfwettbewerbsjahr 2017 auf Ideen, Planungen und Maßnahmen zur Förderung des dörflichen Lebens sowie das dörfliche Miteinander, das Gemeinschaftsleben und die bürgerschaftlichen Aktivitäten.

Und da haben die Sönneraner allerhand vorzuweisen: das Kinderhaus Hemmer, das Cornelia Hemmer vorstellte, die Peter-Härtling-Schule, für die Schulleiterin Barbara Thiemeyer sprach, das Jugendhaus von Vita Communis, wo der spätere Marsch durchs Dorf endete. Einrichtungen, die fest in die Dorfgemeinschaft eingebunden sind – und genau diese Besonderheit könnte Sönnern besondere Pluspunkte bringen.

Im Schatten der Kirche warteten viele Informationen über das kirchliche Leben des Dorfes. - Foto: Schoplick Im Pfarrgarten... - Foto: Schoplick Der neue Bienen-Lehrpfad weckte das Interesse der Jury. - Foto: Schoplick

Anderen Kommissionsmitgliedern fiel der zum Teil uralte und wunderbare Baumbestand im Ort auf, anderen die moderne Fotovoltaiknutzung auf Scheunendächern, wo sich aber auch die Schwalben noch zuhause fühlen.

Alter Baumbestand wie diese Blutbuchen am Ehrenmal fiel ebenfalls ins Auge. - Foto: Schoplick Alte Höfe wie der der Familie Fester stellten sich vor: Moderne Fotovoltaik und restaurierte Gebäude liegen an der Antoniusstraße dicht beieinander. - Foto: Schoplick Sönnern wartete gestern nicht nur mit grüner Idylle auf. - Foto: Schoplick

Zu Fuß auf Stippvisite ging es vom Feuerwehr-Gerätehaus und Sportheim des SC weiter zur Schützenhalle. Dort hielt Brudermeister Olaf Schmitz mit den momentanen Problemen nicht hinterm Berg: "Die ist abgefackelt und zurzeit nicht nutzbar." Die Kommission konnte sich da ein Schmunzeln über den Sönneraner Galgenhumor nicht verkneifen.

Besonderheiten wurden von den Jury-Mitgliedern schriftlich festgehalten. - Foto: Schoplick Abschluss der Besichtigungstour war am Jugendhaus. - Foto: Schoplick  Kommissionsmitglied Rolf Meiberg und Ortsvorsteher Willi-Bernd Sudhoff im Gespräch. - Foto: Schoplick

Nach dem Kindergarten mit Gedicht-Einlage, St.-Antoniuskirche, vorbildlich saniertem Ehrenmal und Pfarrgarten mit neuem Bienen-Lehrpfad begleitete ein Froschkonzert aus einem der Dorfteiche die zwölfköpfige Bewertungskommission auf den letzten Metern zum Endpunkt "gelbe Halle", wo nach kurzer Rast der Bus schon wieder wartete.  

Sönnern lieferte der Bewertungskommission eine überzeugende Leistung ab. - Foto: Schoplick

26 Dörfer in neun Bereisungstagen liegen nun hinter der Jury. Sönnern ist am letzten Etappentag nun ebenfalls abgehakt. Die Dorfgemeinschaft dürfte viele Pluspunkte gesammelt haben. Auch sie zeichnete sich durch viel (ehrenamtliches) Engagement aus.

Wer nicht genug bekommen hat von "Sönnern in Kurzform", den lud Ortsvorsteher Willi-Bernd Sudhoff zur langen Version ein: zum Schützenfest mitte Juli.

Welches Dorf wie abgeschnitten hat, das wird sich am 23. Juni ab 17 Uhr in der Schützenhalle Hewingsen in Möhnesee zeigen. Wir drücken Sönnern die Daumen...