Straßen-Baustellen

"Buckelpiste" - "Loch an Loch, und hält doch" - "Flickenteppich"... für unsere Dorfstraßen gab und gibt es einige mehr oder weniger humorvolle Bezeichnungen. Manch harter Winter der letzten Jahre und eine leider nicht ganz so liebevolle Pflege hat doch hart an unseren Straßen genagt. Freud' und Leid mit unseren Wegen und Stegen, Promenaden und Alleen sei hier festgehalten.


 

3. Juni 2017

Bewegung im Streit um Halle für Kranbetrieb in Sönnern

Vorschlag der Anwohner: Neue Halle könnte auch von der Niclasstraße aus angefahren werden
Stadt will prüfen

SÖNNERN - Die Situation war angespannt wie ein Kranseil, an dem schwere Lasten hängen – und daher sollte ein Gespräch zwischen allen Beteiligten die Situation befrieden, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Im Streit zwischen dem Betreiber eines Kranverleihs in Sönnern und Anwohnern am Scheidinger Weg gibt es Bewegung – und Gesprächsbereitschaft.

So haben Anwohner angeregt, dass die geplante neue Halle so gedreht werden könnte, dass sie von der Niclasstraße her angefahren werden kann. Ein Vorschlag, den Stadtplaner Ludger Pöpsel prüfen will, auch wenn der Scheidinger Weg geeigneter, weil besser ausgebaut sei. Außerdem gab der Stadtplaner bei dem Gespräch im Werler Rathaus zu bedenken, dass man damit das Problem ein Stück weit verlagere. "Denn auch an der Niclasstraße wohnen ja Menschen."

Der Kranbetreiber habe sich bei dem Treffen mit den Anwohnern aber für Alternativen offen gezeigt. Und sowieso sei das Gespräch, an dem 28 Betroffene teilnahmen, "sachlich und konstruktiv" gewesen, sagt Pöpsel auf Anfrage. Die Verwaltung war von der Politik beauftragt worden, als Moderator den "Nachbarschaftsfrieden" wieder herzustellen (wie berichtet). Der Unternehmer will eine Halle zum Unterstellen von drei Kranfahrzeugen errichten.

Gegen das Vorhaben hatten Anwohner des Scheidinger Wegs Unterschriften gesammelt. Sie wollten jetzt auch nochmals geprüft wissen, ob es sich nicht doch um einen störenden, speditionsähnlichen Gewerbebetrieb handelt. Die Verwaltung hatte das bislang anders bewertet. Aber auch diesen Aspekt werde man noch mal prüfen, kündigte Pöpsel an. Klar sei aber schon, dass die Straße für den Schwerverkehr geeignet ist. Auch der Kanal nehme keinen Schaden. Das hat der KBW geprüft.

Der Kranbetrieb hat mittlerweile eine Ausnahmegenehmigung für die Nutzung des Scheidinger Wegs erhalten, den nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen nutzen dürfen. - bus


6. Mai 2017

"Nachbarschaftsfrieden"

Streit zwischen Kranbetrieb und Anwohnern in Sönnern: Verwaltung soll vermitteln

Von Gerald Bus

Das Schild untersagt die Fahrt durch die betroffene Straße in Sönnern, wird aber vom Betrieb bislang missachtet. - Foto: Zienau

WERL/SÖNNERN - Nun sollen es alle Beteiligten halten wie der Kran selbst - und an einem Strang ziehen: An einem "runden Tisch" soll der Streit zwischen dem Betreiber eines Kranverleihs und Anwohnern am Scheidinger Weg beigelegt werden. Diesem Vorschlag von Meinhard Esser (SPD) stimmte die Politik zu. Die Verwaltung soll als Moderator versuchen, den "Nachbarschaftsfrieden" wieder herzustellen.

So fasste der Chef des Planungsamts, Ludger Pöpsel, den Auftrag zusammen. Eigentlich handelt es sich um ein Vorhaben, mit dem die Politik gar nicht befasst werden muss. Weil die Verwaltung es aber als "sensibel" einstufte, informierte sie den Planungsausschuss darüber. In Sönnern will ein Unternehmer eine Halle zum Unterstellen von Kranfahrzeugen errichten. Es gibt aber Widerstand der Anwohner der Straße "Am Scheidinger Weg" (wie berichtet).

Man wisse von "konträren Meinungen" bezüglich der Bewegungszeiten und -räume der Kranfahrzeuge, sagte Petra Vorwerk-Rosendahl (CDU) und zweifelte die angegebenen Zeiten des Unternehmers an. Demnach sollen in der Halle die Kranfahrzeuge bestückt werden; sie verlassen zwischen 6 und 7 Uhr den Hof, würden zwischen 17 und 18 Uhr wieder in der Halle geparkt. Diese Zeiten müsse man festschreiben, forderte Vorwerk-Rosendahl. "Denn es kann nicht sein, dass es schon um 4 Uhr morgens Fahrzeugbewegungen gibt." Genau das sei ihr aber geschildert worden. In einem Wohngebiet könne das nicht sein, es gebe "ein Schutzrecht für Anwohner". Ein solcher Betrieb müsse auch woanders bauen können.

Meinhard EsserMeinhard Esser konnte dem "in Teilen zustimmen", favorisierte aber ein klärendes Gespräch. Man müsse "die Bürger mitnehmen", aber auch die Belange des Betriebs berücksichtigen - und beide zusammenführen.

"Das sehe ich dann auch nicht ein"

Reinhard ScheerReinhard Scheer (BG) verwies auf die hohe Belastung der Straße. Wenn es hier tatsächlich Fließsand gebe und man berücksichtige, dass eine Lkw-Bewegung Auswirkungen habe wie 100 000 Pkw-Bewegungen, dann könne die Kanaltrasse zu sehr belastet sein. "Und das sehe ich dann auch nicht ein", sagte Scheer. Zumal eine Lkw-Fahrt den Pkw-Bewegungen aller Anwohner über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren entspreche. "Da kann ich das Geld auch anders rausschmeißen." Man werde den Aspekt der Kanalbelastung an den Kommunalbetrieb herantragen, kündigte Stadtplaner Ludger Pöpsel an.

Peter KubathAuf einen anderen Aspekt verwies Peter Kubath (Grüne): Es gebe ein Verkehrsschild, dass die Durchfahrt "Am Scheidinger Weg" für Lkw untersage. Wenn der Unternehmer das seit eineinhalb Jahren missachte, zeige das aus seiner Sicht, "dass ein gutes Gespräch mit ihm nicht möglich ist". Diese Missachtung müsse unterbunden werden. Warum man jetzt trotz dauerhafter Verstöße gegen die Verkehrsanordnung über eine Ausnahmegenehmigung für die Firma nachdenke, konnte Kubath nicht nachvollziehen.

Klaus EiflerDass es diese Verstöße gab und das "geduldet" worden sei, räumte Pöpsel ein. "Und das ist nicht gut." Man wisse aber auch nicht, ergänzte Klaus Eifler (CDU), ob sich auch andere Nutzer wie landwirtschaftliche Betriebe an die Vorgabe des Schildes halten. "Hier weiter zu reglementieren, würde auch landwirtschaftliche Betriebe treffen". Er hoffe auf eine "Einigung im Miteinander."

Kurt Meerkötter (SPD) wollte wissen, ob die Stadt dem Unternehmer einen Alternativvorschlag für den Bau der Halle gemacht habe? So könne man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: ein womöglich größeres Grundstück für den Betrieb - "und die Anwohner freuen sich."

"Das hat wohl nicht gepasst"

Es habe vor geraumer Zeit eine Anfrage des Betriebs gegeben, sagte der Chef der Werler Wirtschaftsförderung, Ulrich Canisius. Damals habe man nur eine "halbwegs passende Fläche" anbieten können, habe seitdem keinen Kontakt mehr gehabt. "Das hat wohl nicht gepasst." Der Kranbetrieb will eine Halle für maximal drei Lkw mit Büro bauen. Die Verwaltung sieht das Vorhaben als genehmigungsfähig an.


3. Mai 2017

Protest gegen"störendes Gewerbe"

Unternehmer will in Sönnern Halle zum Unterstellen von Kranfahrzeugen errichten
Thema im Ausschuss

Von Gerald Bus

SÖNNERN - Die Sache hat einen Haken - und zwar nicht den am Kran, sondern einen sprichwörtlichen: In Sönnern will ein Unternehmer eine Halle zum Unterstellen von Kranfahrzeugen errichten. Aber gegen das Bauvorhaben als "störendes Gewerbe" gibt es Widerstand am Scheidinger Weg.

46 Anlieger haben eine Unterschriftenliste im Rathaus vorgelegt mit dem Ziel, den Bau zu verhindern. Die Verwaltung beabsichtigt allerdings, das Vorhaben zu genehmigen, wie einer Mitteilung für den Planungsausschuss am morgigen Donnerstag (18 Uhr im Rathaus), zu entnehmen ist.

Seit rund zwei Jahren wird auf einem Resthof ein Kranbetrieb bzw. -verleih geführt. Nun will die Firma eine Halle für maximal drei Lkw mit Büro bauen, rund 580 Quadratmeter groß. Dafür soll ein ehemals landwirtschaftlich genutztes Gebäude abgebrochen werden. In der Halle sollen die Kranfahrzeuge für die Einsätze bestückt werden; sie verlassen zwischen 6 und 7 Uhr den Hof. Vor der Halle sollen keine Arbeiten stattfinden. Zwischen 17 und 18 Uhr, so die Planung, werden die Fahrzeuge wieder in der Halle geparkt.

Das Vorhaben sehen die Anwohner mit Skepsis. "Die Beschwerden richten sich gegen die Nutzung der Straße durch Lkw, Lärm- und Abgasimmissionen sowie gegen die Art des Betriebs", so die Verwaltung. In einem Dorfgebiet sei aber ein Bauvorhaben dieser Art zulässig, wenn es sich "in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist". Das sei gegeben. Der Bitte der Anwohner, den Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche darzustellen, halte man aufgrund der Nähe zu einem angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieb mit seinen Schutzansprüchen für "nicht angebracht". Schädliche Umwelteinwirkungen vermag die Verwaltung zudem nicht zu erkennen. Die Verkehrssituation sei "ebenfalls unbedenklich". Per Ausnahmegenehmigung könne die Beschilderung (nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und landwirtschaftlicher Verkehr) umgangen werden.

Derzeit hat der Betrieb ein 8-Tonnen Fahrzeug sowie eines mit 16 Tonnen Gewicht. Die Anwohner befürchten, dass "noch weitere und größere Fahrzeuge angeschafft werden, da von einem dritten Fahrzeug bereits die Rede ist". Beim Scheidinger Weg handele es sich "ausschließlich um eine Anliegerstraße, die für diese Belastungen nicht ausgebaut wurde".

Schon jetzt gebe es durch die hohen Achslasten Schäden in der Straßenoberfläche und es sei "wahrscheinlich, dass sich der Straßenzustand weiter verschlechtert und die Straße unter finanzieller Mitwirkung der Anlieger ausgebaut bzw. saniert werden muss", heißt es im Protestschreiben. Das werde man nicht akzeptiere, "da der Ausbau einer Anliegerstraße für Lkw-Verkehr nicht zu Lasten der übrigen Anlieger erfolgen kann". Man befinde sich in einer rein zu Wohnzwecken bestimmten Siedlung mit jungen Familien und Kindern. Die Lebensqualität werde durch den Betrieb "erheblich eingeschränkt".


25. März 2017

Häufig Frost – das sorgt für viele Straßenschäden

Städtischer Kommunalbetrieb arbeitet in diesen Tagen auch alle von Anzeiger-Lesern genannten Stellen ab

Von Pia Billecke

Straßenschäden hinterlässt jeder Winter in der Stadt. - Foto: Haselhorst

WERL - Der Frühling bringt es ans Licht: Nach dem Winter ist auch in Werl die eine oder andere Buckelpiste hinzugekommen. Zahlreiche Leser haben dem Anzeiger in den vergangenen Wochen Schlaglöcher gemeldet. Nun will der Werler Kommunalbetrieb (KBW) darauf reagieren.

Sowohl Schlaglöcher als auch aufgerissene Fahrbahnoberflächen gehören Jahr für Jahr zu den Opfern von Schnee, Eis und Kälte. Deshalb hat der Bauhof wieder einiges zu tun. Bereits in den vergangenen Tagen seien einige Schlaglöcher abgearbeitet worden, berichtet Franz Josef Büker, Leiter des Kommunalbetriebs Werl (KBW): "Nach dem Winter gibt es auf jeden Fall einen Mehrbedarf."

Das haben vor allem Wolfgang Schimmel und seine Kollegen vom Bauhof gespürt. "Das war schon sehr viel. Wir haben 14 Tage nur damit verbracht, Schlaglöcher auszubessern", berichtet Schimmel.

Es habe im Winter immer wieder Frost gegeben. Das sei im Vorjahr anders gewesen. Umso mehr Schäden waren zusammengekommen. "Die größeren Schlaglöcher haben wir nun beseitigt", sagt Schimmel. Auch Anzeiger-Leser haben genau hingeschaut und in den vergangenen Wochen folgende Stellen in Werl gemeldet:

  • Ecke Kapuzinerring/Mellinstraße sowie Teile der Mellinstraße, Werl.
  • Olakenweg und Teile der Bahnhofstraße sowie der Langenwiedenweg entlang der JVA, Werl.
  • Abzweigender Weg der B 516, der zum Motocrossgelände führt, Werl.
  • Schöntalweg, Hilbeck.
  • Abzweig von der Westenstraße in den Zufahrtsweg zu Hausnummer 32, Sönnern.
  • Futterweg in Richtung Turflon, Holtum.

Diese Liste der Schlaglöcher liegt nun auch dem KBW sowie dem Bauhof vor. Franz Josef Büker versichert, dass diese Stellen in eine Prioritätenliste des Bauhofes eingefügt werden. "Wir nehmen die Dinge auf", so Büker.

Ein Mitarbeiter der Straßenaufsicht sei zudem durch Werl und die Ortsteile gefahren und habe die weiteren Stellen, an denen ausgebessert werden muss, gemeldet, berichtet der KBW-Chef.

Sowohl die vom Bauhof als auch die von Lesern gemeldeten Schlaglöcher sollen nach und nach – je nach Dringlichkeit – verschwinden.


7. März 2017

Politik auf neuen Wegen

Debatte über die Wirtschaftswege

WERL - Dass alle Wege zum Ziel führen, sagt ein Sprichwort. Offen bleibt aber nach dem jüngsten Planungsausschuss, welche Ziele die Stadt Werl bei den Wirtschaftswegen verfolgt. Hier meldete die Politik Zweifel an, ob die als nächstes ins Auge gefassten Maßnahmen tatsächlich notwendig sind und andere Wege nicht dringender der Sanierung bedürften.

In der Prioritätenliste stehen noch Maßnahmen für Wirtschaftswege der Jahre 2013 und 2015. Vorgesehen war dazu die Sanierung des Weges zum Sportplatz nach Scheidingen in Sönnern (rund 450 Meter) sowie der Weg nördlich der Bahn in Mawicke (Verlängerung Hubertus-Schützen-Straße, rund 250 Meter). Die Kosten für die Instandsetzung werden auf 64 000 Euro geschätzt. Eigentlich sollte der Planungsausschuss das beschließen.

Karl-Wilhelm WestervoßMeinhard EsserTat er aber nicht. Vielmehr äußerte zunächst Karl-Wilhelm Westervoß (CDU) Bedenken. Jener Weg Richtung Scheidingen sei noch gut befahrbar, auch für Radfahrer. Das habe er selbst getestet. "Da gibt es deutlich schlechtere Wirtschaftswege." Ob man die Dringlichkeit und die Liste nicht noch mal überdenken solle?

Das, so entgegnete Stadtplaner Ludger Pöpsel, sei sicher denkbar. "Die Verwaltung wird nicht gestresst, wenn wir noch mal drüber schauen." Meinhard Esser (SPD) hingegen fragte, wie es im Lauf der Jahre zu der Kostensteigerung auf 64 000 Euro gekommen sei - 15 000 Euro mehr als damals geplant. "Wohin explodieren die Kosten, wenn wir das noch weiter verschieben?" Womöglich, so Esser, wäre es besser gewesen, die Maßnahmen schon früher durchzuführen - trotz Stärkungspaktgesetztes, das aus Spargründen für Verzögerungen bei den Wirtschaftswegen gesorgt hatte.

Frage nach der Wichtigkeit

Die Landwirte sind am Wirtschaftswegekonzept beteiligt und wollen das auch sein, sagte Ortslandwirt Henning Cloer. Der Weg von Sönnern nach Scheidingen sei in schlechtem Zustand, aber wichtig für Landwirte und Erholungssuchende. Man könne aber darüber nachdenken, die anderen Querwege künftig nur noch zu schottern, regte Cloer an. Das reiche.

Ob wirklich alle Wege, die zu einem Ortsteil führen, nötig seien, fragte Klaus Eifler (CDU). Eine Aktualisierung der Wirtschaftswegeliste könne sinnvoll sein, auch eine Bereisung.

Reinhard Scher hingegen stellte die Frage, ob man nicht auch Fördertöpfe anzapfen könne, da viele Wege als überregionale Fahrradwege ausgezeichnet sind.

Ein Beschluss blieb aus; zum nächsten Planungsausschuss soll ein Vorschlag erarbeitet werden, wie man weiter verfahren will. - bus